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Zur Adoption eines Hundes aus dem Ausland

 

Vielen Dank, dass Sie einen unserer Hunde adoptieren möchten. Sie haben damit gleichzeitig einem anderen Hund das Leben gerettet, der nun bei uns aufgenommen werden kann.

Bitte lesen Sie sich folgende Zeilen aufmerksam durch, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, wenn das Tier bei Ihnen ist.

 

Woher kommt mein Tier?

Der Tierschutzverein TNT versucht Tieren zu helfen, die nachweisbar in Not und unmittelbar von Tötung bedroht sind. Diese kommen sowohl aus Deutschland als auch aus dem Süden (i.d.R. Spanien)  Über viele dieser Hunde können wir nur wenig zur Vorgeschichte sagen, denn die meisten wurden ausgesetzt oder in Tötungsstationen zur „Entsorgung“ abgegeben, ehe wir sie übernehmen konnten.

 

Unsere Schützlinge aus dem Tierheim in Burgos kennen wir jedoch meist persönlich durch regelmäßige mehrtägige Besuche im Tierheim. Wir halten täglichen Kontakt mit Rosana der Tierheimleitung und können so, Informationen schnell einholen.

Es existiert i.d.R. ausreichend Foto- und Videomaterial, um sich ein besseres Bild machen zu können.

 

Wie kommt der Hund zu mir?

Unsere sich noch in Spanien befindlichen Hunde können natürlich nicht im Vorfeld kennengelert werden, weshalb uns eine ausgiebige Beratung extrem wichtig ist.

Die Tiere reisen mit vom Veterinäramt zugelassenen Transporteuren auf dem Landweg.  Wir müssen i.d.R. auf den Landtransport zurück greifen, da sich unser Partnertierheim Burgos / Nordspanien an keinem nahegelegenen Flughafen befindet. 

Je nach Fahrtroute kann es dann allerdings sein, dass wir Ihnen u.U. einen längeren Anreiseweg zur Abholung zumuten müssen. Auf jedenfall jedoch steht Ihnen eine unserer Ansprechpartnerinnen betreuend zur Seite.

 

Was ist bei der Abholung eines Tieres unbedingt zu beachten?

In jedem Fall ist es wichtig, folgende Dinge zur Abholung mitzubringen:

 

Hundeleine sowie ein Brustgeschirr (ggf.Sicherheitsgeschirr) und ein Halsband- denn die meisten Tiere kommen nicht etwa irgendwann bei den neuen Haltern abhanden, sondern bereits bei der Übergabe der Tiere nach deren Einreise! Bedenken Sie: Eine anstrengende Reise, anderes Klima, neue Gesichter etc. bedeuten in der Regel für das Tier großen Stress, der die Vierbeiner zu ungeahnten Reaktionen beflügeln kann. Hierzu gehört an erster Stelle der Versuch, sich aus einem für das Tier oftmals ungewohnten Halsband im Nu herauszuwinden und die Flucht zu ergreifen. Sollten wir Ihnen zu einem Tier nicht die passenden Maße für den Neukauf eines passenden Geschirrs nennen können, so besorgen Sie bitte 2 Größen. Die nicht passende kann gegen Vorlage des Kaufbeleges im Fachgeschäft zurückgegeben werden. 

 

Ferner sollten Sie eine Flasche mit frischem Leitungswasser und einen Trinknapf an Bord haben, denn die lange Reise macht auch einen Vierbeiner durstig.

 

Sofern Sie ohne Beifahrer unterwegs sind, ist der Hund/die Katze im Fahrzeuginneren unbedingt zu SICHERN, die reine Unterbringung im Beifahrer-Fußraum oder das Anbinden des Tieres z.B. an einer Kopfstütze ist nicht ausreichend. Hierzu benutzen Sie bitte eine der Größe des Tieres angemessene Transportbox. Bitte sprechen Sie uns bereits im Vorfeld der Abholung an, sollten Sie nicht über ein solches Behältnis verfügen. Wir beraten Sie gerne.


Was könnte auf mich zukommen?

Ihr neuer Vierbeiner…

 

· könnte sich ein "leckeres Abendessen" in Form Ihrer Katze gut vorstellen und begibt sich  schon mal auf die Jagd

 

· hat Angst vor anderen Hunden oder findet Artgenossen einfach nur doof

 

· ist bei Ankunft verstört und vielleicht nicht bereit, sein Seelenleben und sein wirkliches Wesen so kurz nach Ankunft gleich preis zu geben und zieht sich erst mal zurück

 

· ist von Durchfall und einigen "Mitbewohnern" geplagt (Würmer, Giardien, Coccidien, Flöhe, Milben, Zecken, …) und sein einzigartig strenger Geruch haut Alle um. (Er sollte sofort gebadet werden)

 

· hat Angst in einer neuen und für ihn völlig fremden Welt allein zu sein und kann daher nicht alleine bleiben und tut dies laut durch Jaulen und Bellen kund

 

· kennt nicht den Unterschied zwischen der Wiese und Ihrem Parkett oder Teppichboden. Pinkeln kann man schließlich überall….

 

· findet, das Halsband und das lange Ende daran seien unter seiner Würde und völlig überflüssig. (Hier ist grundsätzlich ein Hundegeschirr zu empfehlen.)

 

· kennt "Sitz" und "Platz", wenn überhaupt, nur aus Erzählungen

 

· tauscht das schnöde Hundefutter im Napf lieber gegen den Inhalt Ihres Mülleimers

 

· kann nicht verstehen, dass man auf einem Tisch nicht sitzen darf

 

· baut seinen so lange eingeschränkten Bewegungsdrang ab, in dem er mit den Feldhasen fangen spielt

 

· ist der ganzen Welt beleidigt oder einfach völlig verunsichert und überfordert mit Allem und bringt dies durch Schnappen zum Ausdruck

 

· ist vielleicht anfangs ein sehr ruhiger Kerl, der aber nach einer Eingewöhnung ein richtiges Powerpaket wird und ständig Action haben will

 

· sollte vielleicht doch eine Hundeschule besuchen, da er mit seinem Charme und seinem Dickkopf die gesamte Familie an der Nase herum führt

 

· kann Auto fahren überhaupt nicht vertragen

 

· ist aggressiv gegenüber den anderen tierischen Mitbewohnern und muss erst mal räumlich getrennt wohnen


Ist der Hund kastriert?

Sofern der Hund das kastrationsfähige Alter erreicht hat, wird er vor Ausreise kastriert.

 

Sollten Sie sich für einen Welpen oder Junghund entscheiden, der zum Zeitpunkt der Vermittlung noch nicht kastrationsfähig ist, so sind die späteren Operationskosten vom Adoptanten selbst zu tragen – was jedoch keinen Einfluss auf die Höhe der zu entrichtenden Schutzgebühr hat!

Ein Nachweis der Kastration ist uns vorzulegen.

 

Was ist das für ein Schutzvertrag den ich unterschreiben muss?

Der Schutzvertrag regelt, wie alle Tierheimverträge auch, die wesentlichen Punkte zur artgerechten Tierhaltung. Damit soll ausgeschlossen werden, dass mit den Tieren Handel betrieben werden kann und der Hund/die Katze bei „Nichtgefallen“ anderweitig und willkürlich an Dritte verkauft wird. Der Schutzvertrag wird bereits vor der Übergabe des Tieres unterzeichnet.


Warum wird überhaupt eine Schutzgebühr erhoben?

Mit dieser Schutzgebühr wird sichergestellt, dass einerseits die finanziellen Voraussetzungen der Tierhaltung gegeben sind und andererseits eine profitable Weitergabe des Tieres (z.B. Verkauf an ein Versuchslabor) ausgeschlossen ist.

Mit der Schutzgebühr finanzieren sich die Kosten notwendiger Impfungen, Chips, EU-Heimtierausweise, Bluttests, Transportkosten, Futter, Operationen, etc. aller unserer Schützlinge – unsere Hinweise zum Thema SCHUTZGEBÜHR gibt Ihnen detaillierten Aufschluss.

 

Wie ist der Gesundheitszustand?

Die Hunde haben in den letzten Monaten vor ihrer Ankunft in Deutschland erheblichen Stress erlebt. Sie wurden ausgesetzt, sie mussten sich im Tierheim in ein fremdes Rudel integrieren; dann wurden sie in einer Box mit Hunden aus anderen Tierheimen im Wagen nach Deutschland gebracht und müssen sich nun wieder an eine neue Umgebung und ein anderes Klima gewöhnen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn einige mit Durchfall reagieren oder am Anfang erst einmal etwas verstört wirken. Auch die Futterumstellung kann einigen Hunden erstmal Probleme bereiten, und es kann zu Durchfall kommen, der auch mehrere Tage anhalten kann. Das ist nicht außergewöhnlich.

 

Wir empfehlen in diesem Fall eine Diät, die aus 1/3 Hühnchen, 1/3 Kartoffeln oder Nudeln und 1/3 Magerquark besteht und die mindestens 4 – 5 Tage dauern sollte. Wichtig ist es vor allem, dass die Hunde viel trinken. Beachten Sie bitte aber auch - und fragen Sie Ihren Tierarzt danach - dass Kokzidien und Giardien auch Durchfall verursachen können, auch wenn sie nicht immer in der Kotprobe (so wie schon oft vorgekommen) nachweisbar sind.

 

Alle Informationen, die uns über den Gesundheitszustand des Hundes vorliegen, werden wir an Sie weitergeben, jedoch können wir Ihnen nicht garantieren, dass bei dem Hund keine nicht erkannte Krankheit vorliegt (diese Garantie bekommen Sie aber auch bei keinem Züchter). Bitte denken Sie daran, dass Sie einen Hund aus dem Tierschutz übernehmen und dass jedes Tier Geld kostet und unter Umständen im Laufe seines Lebens hohe Tierarztkosten verursachen kann, egal wie lange und woher Sie den Hund haben.

 

Bitte beachten Sie diese Dinge, BEVOR Sie einen Hund adoptieren. Tiere sind Lebewesen, die nicht zur „Reparatur“ zurückgegeben werden können oder deren „Reparaturkosten“ erstattet werden.

 

 

Was ist, wenn das Tier ganz anders ist als beschrieben oder gedacht?

Bei einer Adoption direkt aus dem Süden müssen Sie sich immer bewusst sein, dass es sich um ein „Blind Date“ handelt, was die Angelegenheit ja auch spannend macht. Wir teilen Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen die Charaktereigenschaften, die ein Tier im Tierheim oder auch hier in der Pflegestelle zeigt, mit.

 

Das Verhalten kann sich in einem eigenen Zuhause, mit anderen Vierbeinern und neuen Menschen jedoch wieder ganz anders zeigen. Es ist dann besonders wichtig, die Gründe für evtl. unerwünschtes Verhalten zu erforschen und Ihrerseits die Bereitschaft mitzubringen, sich durch den neuen Mitbewohner auf geänderte Gegebenheiten/Gewohnheiten einzulassen. Oft bringen schon kleine Veränderungen Erfolge.

Dann ist es an Ihnen, dass Ihr neues Familienmitglied Vertrauen entwickelt, was natürlich länger dauern kann. Auch optisch wird das Tier nicht unbedingt genauso wie auf dem Foto aussehen (das kennen Sie ja sicher von Fotos von sich selbst). Sollten Sie nach einem angemessenen Zeitraum (der sich auch über 2-3 Monate erstrecken kann) wirklich nicht miteinander auskommen oder es mit den bereits vorhandenen Tieren unlösbare Schwierigkeiten geben, die sich auch mit professioneller Hilfe nicht lösen lassen, kümmern wir uns um die Weitervermittlung.

 

Das Wichtigste für das neue Familienmitglied ist Zeit. Lassen Sie dem Tier ausreichend Zeit sich neu zu orientieren und anzukommen. Fordern Sie nicht zu zuviel.

 

Grundsätzlich empfehlen wir – auch hundeerfahrenen Adoptanten – eine Hundeschule zu besuchen, damit von Anfang an das Zusammenleben mit Ihrem Vierbeiner für beide Seiten angenehm verläuft. Denn jedes Tier ist ein Individuum und sollte nicht mit anderen/ehemaligen Tieren verglichen werden. Es ist unserer Ansicht nach auch nicht sinnvoll, ein Problem erst entstehen zu lassen und dann zu beheben. Viele Dinge könnte man bereits im Vorfeld problemlos regeln.

 

Und außerdem macht der Besuch einer Hundeschule doch allen Beteiligten Spaß und bringt Abwechslung!

 

Wir sind gerne für Sie da, wenn es unvorhergesehene Probleme gibt. Bitte rufen Sie rechtzeitig Ihren Ansprechpartner an (siehe Seite 3 des Vermittlungsvertrages!) an

oder schicken Sie uns eine eMail.

Bitte bedenken Sie, dass auch wir berufstätig sind, eigene Familien und Tiere haben, die versorgt sein möchten.


Für Ihr Vertrauen in uns und somit einem unserer Tiere ein Zuhause und damit eine Chance auf ein glückliches Leben zu geben, danken wir Ihnen herzlich.

 

Nun bleibt uns nur noch, Ihnen ein wunderbares und langes Zusammenleben mit Ihrem neuen Mitbewohner zu wünschen!

 

Ach ja: All die vorgenannten Widrigkeiten schildern übrigens nicht etwa die Regel, sondern eher die Ausnahme! Es ist einfach nur unser dringendstes Anliegen, dass Sie sich bereits im Vorfeld einiger Eventualitäten und möglicher Anfangsschwierigkeiten bewusst sind – Vielen Dank.

 

Auf folgende Hinweise möchten wir nicht verzichten, auch wenn diese vermutlich nicht auf unsere Tiere zutreffend sein werden:

Jeder Hund, der aus Ausland kommt, wird jeweils in einem völlig anderen Umfeld beurteilt. Das heißt, dass man die Beschreibung nicht 1:1 verstehen darf. Hunde aus spanischen Pflegestellen z.B. könnten dort einen ruhigen, ausgeglichenen Eindruck machen, in einer lebhaften Familie hingegen könnten sie sich unter Umständen sehr unsicher zeigen mit entsprechenden Reaktionen (s.u.).

Auf folgende mögliche Anfangsprobleme sollte daher unbedingt hingewiesen werden, damit Sie entsprechend gewappnet sind:

 

Mitleid: Ganz falscher Ansatz!!!

Der Hund darf der Pflegestelle/den Adoptanten nicht leid tun – sonst kann es zu Rangproblemen mit den Besitzern/Pflegeeltern kommen.

 

Unsicherheit des eigenen (bereits vorhandenen) Hundes:

„Das hat er ja noch nie gemacht!“ z.B. Revierverteidigung – „Territorialaggression“

 

Unsicherheit des Pflege-/Adoptivhundes:

ebenfalls Territorialansprüche: Gartenzaun, Gäste verbellen, etc.

 

Ängstlichkeit des Pflege-/Adoptivhundes:

sucht Schutz und wagt sich nicht hervor

 

Unsauberkeit:

verschiedenste Ursachen – z.B. nie gelernt, Markierverhalten, Krankheit, Überängstlichkeit (Angstpinkeln), Unsicherheiten...

 

"Größenwahn" des Pflege-/Adoptivhundes:

äußert sich durch Verbellen, Angriffsverhalten gegenüber anderen Hunden etc.

 

Ängste:

vor Treppen, durch Haustüren bzw. überhaupt durch Türen zu gehen. Erklärung: In Spanien leben viele Tiere auf der Straße und haben nie eine Wohnung oder Treppe kennen gelernt.

 

Verträglichkeit mit Kindern/Katzen/Kleintieren:

Viele unserer zu vermittelnden Hunde haben in der Regel viele Wochen oder gar Monate in einer Perrera (=Tötungsstation!) zugebracht, ehe sie gerettet werden konnten. In diesen „Entsorgungsstationen“ für ungewollte Haustiere ist es nicht möglich, einen Hund auf Kinder-, Katzen- oder Kleintierverträglichkeit hin zu testen. Aber auch, wenn das Tier nach seiner Befreiung zunächst in einer unserer spanischen Pflegestellen zugebracht hat, ist eine Beurteilung hinsichtlich seines Verhaltens nicht immer möglich, da es u.U. weder Kinder noch Katzen oder Kleintiere in dieser Pflegestelle gab.

 

Defizite im Sozialspiel

innerartlich und außerartlich (innerartlich durch zu frühe Trennung von Mutter und Geschwistern; außerartlich: wenn keiner mit ihnen je gespielt hat.

 

Fehlendes Warnen bei Unsicherheit:

kann Gewohnheit durch schlechte Erfahrungen sein.

 

Drohverhalten:

es ist durchaus normal, dass ein Hund knurrt! Knurren ist erst einmal nur Kommunikation und NICHT gleich Aggression! Die Botschaft lautet „Bleib weg von mir“ - Daher zunächst einfach akzeptieren, den Hund NIEMALS bedrängen!

 

Futterneid:

Es gibt ausländische Hunde, die kennen keinen eigenen Besitz und meinen alles verteidigen zu müssen, dessen sie habhaft werden. Dazu können übrigens auch die Besitzer gehören – von denen der Hund meint, sie verteidigen zu müssen!

 

 

 Fressverhalten allgemein:

Hund könnte jeden Dreck von der Straße aufnehmen, weil unter Umständen verwertbar: man weiß nicht, wie regelmäßig und/oder gut/schlecht der Hund in seinem früheren Leben zu fressen bekam. Das Plündern der häuslichen Abfallbehälter gehört daher auch bei vielen Auslandshunden (aber auch -katzen) genauso zum "guten Ton" wie das Stehlen aller nur erreichbaren, essbaren Gegenstände! Dem können Sie mit einfachen Methoden vorbeugen.

 

Rangordnung unter den Hunden:

kann und sollte nicht nachhaltig beeinflusst werden; im Allgemeinen regeln die Vierbeiner dies OHNE menschliche Einflussnahme, auch wenn es dabei augenscheinlich mal grob "zur Sache" gehen kann.

 

Keinerlei Garantie für gesundheitliche Aspekte:

Tierärztliche Versorgung im Ausland ist nicht mit Deutschland zu vergleichen; manche haben einfach kein Geld, mit ihrem Hund zum Tierarzt zu gehen. Bei Perrera- oder Tierheim-Hunden kann es durchaus sein, dass auch mal etwas übersehen wird, weil die personell notorisch unterbesetzten Pflegekräfte nicht permanent ein Auge auf die Hunde haben (können).

 

Bei Rüden:

Hypersexualität – kann ausgelöst werden durch Unsicherheit, fehlende Rangordnung oder Übersprungshandlungen (Ausweichverhalten: z.B. sich einfach mal Kratzen, wenn man ein Kommando nicht versteht... bei Stress, bei Besuch, bei vielen neuen Eindrücken etc.) Das kann sogar noch bei kastrierten Rüden vorkommen, kann unter Umständen schlechte Angewohnheit sein – oft einfach eine Erziehungsmacke.

 

Bei Hündinnen:

Komitkämpfe (=wenn’s richtig ernst ist auch mit Be-schädigungsbeißen!) sind bei Hündinnen sehr ernst zu nehmen – kein lautes Getöse, sondern gleich ernste Verletzungsgefahr. Deswegen müssen Kämpfe unter Hündinnen sofort unterbrochen werden!

 

Jagdverhalten:

Ein Hund jagt nicht, weil er es will! Er wird durch den Reiz der vermeintlichen Flucht des anderen Objektes (Tier, Ball, Autoreifen, Fahrrad, Kinder...) ausgelöst. Der Hund kann nicht anders, weil sein Reiz-Reaktionsschema von der Natur her so angelegt wurde. Jagdtrieb lässt sich -auch durch konsequentes Training- ebenso wenig abgewöhnen wie das Atmen!

Einzig mit einer dem Charakter des Hundes entsprechenden Auslastung (z.B. durch Mantrailing, Suchspiele, Fährten- und Nasenarbeit, Flyball etc.) lässt sich der Jagdtrieb in halbwegs kontrollierbare Bahnen lenken, was dann dazu führt (führen kann!), dass der Hund nach einer gewissen Zeit in wildfreien/-armen Geländen auch abgeleint werden darf. Das Risiko der Jagdbereitschaft bleibt allerdings immer bestehen, dessen muss sich der mögliche Halter im Klaren sein.

 

Trennungsängste/Zerstörungswut:

Pflegehunde können in der Anfangszeit durchaus Trennungsängste aufweisen, die sich u.a. so äußern: Bellen, Zerkratzen von Türen, Zerstören von Gegenständen, Unsauberkeit ,... Auslöser ist Stress, der in dem Moment nicht anders abgebaut werden kann (Übersprungshandlung). Trennungsängste können entstehen durch entweder zu starke Bindung oder auch Bindungslosigkeit; weitere Ursache kann sein gefühlter Kontrollverlust über seine Besitzer oder seine eigene Situation. Kauen kommt dem Säugen gleich und beruhigt den Hund – ist also auch nicht böse gemeint! In jedem Falle: BLEIBEN SIE RUHIG, den Hund keineswegs (außer Äußerung berechtigter Schelte) bestrafen! Im Zweifelsfall ziehen Sie bitte einen kompetenten Hundetrainer zu Rate, gerne sind wir Ihnen bei der Suche nach einem Spezialisten in Ihrer Nähe behilflich, sprechen Sie uns bitte an!

 

Zerstörungswut im Allgemeinen:

Dinge, die Hunde nicht kennen, werden durch Zerkauen untersucht – ist im Prinzip keine Verhaltensstörung, sondern lediglich ein artgerechtes Erkundungsverhalten. Auch hier gilt: Selbst wenn Ihre Nerven einmal blank liegen sollten, niemals den Hund durch Schläge oder die optische Androhung solcher Maßnahme strafen! Denn bedenken Sie: Das von Ihnen aufgenommene Tier hat in der Regel schon mehr körperliche Misshandlung erfahren, als im Normalfall überhaupt erträglich ist. Insofern auf hier eher liebevolle Konsequenz und die Hinzuziehung eines Fachmannes/einer Fachfrau in Erwägung ziehen!

    

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Kommunikation mit Ihrem Hund in Landessprache

Und damit Sie sich sicherer im ersten Umgang mit Ihrem „Südländer“ fühlen, verraten wir Ihnen an dieser Stelle auch die gängigsten Hundebefehle in spanischer Sprache – wenngleich es einem Tier völlig schnuppe ist, ob Sie es in Englisch, Italienisch, Polnisch oder Spanisch mit ihm reden! Hunde und Katzen sind nämlich ausschließlich auf Körper- und Lautsprache ihres Zweibeiners fixiert und keineswegs lingual vorbelastet.

 

Also keine Angst: „Hundesprache“ ist international, da erstrangig Ihre Stimmlage, Mimik und Gestik vom Tier wahrgenommen werden und nicht die Sprache oder der Dialekt an sich!

Damit Sie sich allerdings ein wenig sicherer fühlen im anfänglichen Umgang mit „Ansuro“, „Petita“ oder „Caruso“, hier ein paar der gängigsten Hundekommandos in spanischer Sprache (Aussprache in Klammern):

 

 

Aus - dejalo (dechalo)

Komm - ven (wen)

Bleib - quieto (ki-eto)

Geh - vamos (wamos)

Bring - traelo (tra-elo)

(gib) Pfote - la mano (la mano)

komm hier her - ven aquí (wen aki)

Platz - échate (etscha-te)

Sitz- sientate (sienta-te)

bei Fuß - Aquí (Aki)

komm bei Fuß - ven Aqui (wen aki)

Stop - alto (alto)

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